Herrnhuter Losung

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Gemeindeleben

Open-Air-Gottesdienst statt Gemeindefreizeit

2020 09 13 open air gottesdienst mit kindersegnung 3 20200920 1596673776Wäre die Corona-Pandemie nicht allen Planungen in die Quere gekommen, hätte unsere Gemeinde den Gottesdienst am 13.09.20 auf einer Wochenendfreizeit in Dorfweil gefeiert. So aber mussten wir mit unserem zweiten Open-Air-Gottesdienst auf dem Hof von Frank Jäger in Osminghausen zufrieden sein, dem ersten jedoch seit einem halben Jahr, dessen Besucherkapazität fast die unseres Gemeindezentrums erreichte und der deshalb nach langem ein Stück Normalität zurückbrachte und zugleich eine besondere Atmosphäre ausstrahlte.

Dankbarkeit bestimmte daher auch die einleitenden Worte von Gemeindeleiter Gunnar Siebel, der die Anwesenden aus vollem Herzen mit dem Wochenspruch begrüßen konnte: „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er Dir Gutes getan hat.“ (Psalm 103,2). Die Gemeinde konnte in der Tat für vieles dankbar sein an diesem Sonntagmorgen. Für die perfekten Rahmenbedingungen einer frisch hergerichteten Hoffläche und des spätsommerlich-sonnigen Wetters. Für das mitreißende Eingangslied der Band „So hoch der Himmel ist (ist Deine Gnade über mir)“, das spontanen Applaus hervorrief und zum Abschluss des Gottesdienstes noch einmal die Herzen erfüllte. Für die gelungene Darbietung des Liedes „Das Morgenrot“ durch ein Doppelquartett von Sängern des Männerchores, bei der man Gottes Geschenk des Sonnenaufgangs an diesem Morgen innerlich nacherleben konnte. Für die erste Gelegenheit seit Monaten zu einer Kindersegnung mit Gästen, hier des ersten Kindes unseres Jugendpastor-Ehepaares, „nach der Geburt gleich in den Lockdown“ geraten und dennoch wunderbar gemacht und stets von Gott gesehen, wie Psalm 139 dem kleinen Jungen mit auf den Lebensweg gab. Und für die Möglichkeit, sich endlich einmal wieder nach dem Gottesdienst, wiewohl auf Abstand, mit den anderen Teilnehmern auszutauschen, dazu noch mit einer leckeren Bratwurst vom Grill als Wegzehrung.

Pastor Albert Esau brachte es in seiner Predigt über Lukas 19, 1-10 auf den Punkt: „Es ist nicht so leicht, zu Jesus zu kommen.“ Zachäus - kleinwüchsig und als Zöllner gesellschaftlich geächtet - klettert auf einen Maulbeerbaum, um Jesus zu sehen. Nicht weil er sich ändern will, sondern weil er auch über Hindernisse hinweg die Begegnung mit Jesus sucht, wird er von Jesus gesehen und mit der positiven Wende seines Lebens beschenkt. Ähnlich erlebte es die Gemeinde an diesem Sonntag. Weil viele Mühen und Ideen investiert wurden, um unter den Corona-Einschränkungen als kleinen Ersatz für die ausgefallene Freizeit erstmals einen großen Gottesdienst zu feiern, hatten wir durchweg das Gefühl, das Gott uns sah und mitten unter uns war. „Dieser Gottesdienst war ein Traum“, sagte später ein Mitwirkender. Dem Dank des Gemeindeleiters an alle Organisatoren und Ausführenden für ihren großartigen Einsatz kann man nur beipflichten.