Herrnhuter Losung

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Gemeindeleben

Missionsarbeit hautnah - Besuch aus Maroua (Kamerun)

Alle drei Jahre kommt das Missionsehepaar Hanna und Dirk Pusch mit seinen Kindern zu einem Heimaturlaub nach Deutschland und besucht dann auch die Gemeinden, welche die Missionsarbeit in Kamerun finanziell unterstützen. Beim Sonntagsgottesdienst am 17. Juni gab es daher ein freudiges Wiedersehen mit der inzwischen sechsköpfigen Familie und eindrucksvolle Bilder und Berichte von Lebensalltag und Evangelisation im äußersten Norden Kameruns, wo die Puschs seit ihrem letzten Besuch tätig sind.p2600831_teaser

Mit der Begrüßungsformel in Fulfulde „A waali jam na?“ –„Jam koodume“ (‚Bist Du gut aufgewacht?’ – ‚Ja, sehr gut’) sowie dem Eingangslied „Singt ein Lied von Gott“ wurde die Gemeinde auf das Thema Mission eingestimmt. Dirk Pusch zeigte Aufnahmen der 250.000-Einwohner-Stadt Maroua und ihrer Umgebung, wo Fahrrad und Motorrad auf Lehmstraßen die wichtigsten Transportmittel sind, wo man an offenen Marktständen einkauft und nicht im Laden, wo die Trockenzeit von November bis April und die Regenzeit von Mai bis Oktober die Landschaft stark verwandelt und den Lebensrhythmus bestimmt, wo Christen und Moslems unweit von den Konfliktgebieten Nigerias miteinander auszukommen versuchen. Ganze drei Missionsfamilien und die einheimischen Mitarbeiter der kamerunischen Baptistenunion betreuen die stark wachsende Zahl von zur Zeit 360 Gemeinden, so dass sich die Arbeit von Dirk Pusch auf Hilfen bei Evangelisation und Gemeindegründung, auf die Schulung von Gemeindeleitern, auf den Dreijahreskurs an der Bibelschule Mokong und die Erstellung von Bild- und Textmaterialien konzentriert.

„Jeder von Euch würde in Kamerun bald zum Gemeindeleiter auserkoren – Ihr könnt alle lesen und schreiben“ verdeutlichte Dirk Pusch die schwierige Suche nach geeigneten Gemeindeleitern. Ein Gemeindehaus zu bauen ist dagegen einfach: ein paar dünne Holzstämme, Matten aus getrocknetem Gras für Wände und Dach, größere Steine als Bestuhlung – so fangen die Gemeinden an, auch wenn sie nach der nächsten Regenzeit alles wieder richten müssen. Wie materielle Hilfe aus Wermelskirchen die Evangelisation und Gemeindegründung in Nora beflügelte, zeigte ein weiteres Bild: mit dem geschenkten Beamer und DVD-Spieler, angeschlossen an eine lose LKW-Batterie, konnte Jesus den Menschen in einem Film nahegebracht werden. Wer an Jesus glaubt, über den haben Fetische und Zauber und auch das Hirsebier bald keine Macht mehr.

Hanna Pusch schloss sich mit den vier Söhnen unterdessen dem Kinderprogramm der „Arche“ an, wo die Kinder unserer Gemeinde aus Bildern und einem Film etwas über das Wohnen in der Missionsstation, den Bau einer kleinen Werkstatt und den Ablauf eines Gottesdienstes erfuhren. Mit den Altersgenossen aus Kamerun konnte sich die „Arche“ über das Leben hier wie dort austauschen. „Für unsere Kinder ist eine Deutschlandreise wie ein Abenteuerurlaub in Disneyland“, so Dirk Pusch später, „aber sie schätzen auch das Leben in Kamerun.“

Nach einem Film über das Timotheus-Leiterschafts-Training der Bibelschule, an dessen Ende jeder Teilnehmer mit einem Aktionsplan für sechs Monate zeigen muss, wie er die gewonnenen Überzeugungen in die Tat umsetzen will, sprach Dirk Pusch über Matthäus 9, Vers 35-38. Er predigte nicht, sondern forderte die Gemeinde durch Fragen heraus. Was Jesus tat, muss auch unsere Aufgabe sein: hingehen zu den Menschen, ihnen Gottes Wort nahe bringen oder es ihnen erklären und denen, die Hilfe benötigen, zur Seite stehen. Verkündigung und Diakonie, bei uns oft getrennt, sind bei Jesus eins. Ob Menschen Orientierung oder Beistand benötigen, erfährt man nur, wenn man zu ihnen geht und mit ihnen spricht. Die Empfehlung des Missionars: ein jeder überlege, welche Berufungen er dazu von Gott erhalten hat.

Der Gottesdienst endete mit dem Lied „Wenn Christus heute Menschen sucht“ und der Begrüßung von Luisa Heitmann, die von mehreren Monaten Mitarbeit auf einem christlichen Erlebnishof in Neuseeland zurückgekehrt war. Nach dem Segen stand Familie Pusch noch längere Zeit an einem Tisch mit Fotobüchern, Früchteproben und Geschenkartikeln aus Kamerun zum persönlichen Gespräch bereit.