Herrnhuter Losung

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Partnerschaft mit der Baptistengemeinde Hutor (Weißrussland)

Anfänge und Entwicklung:  

Im August 1993 hatte unsere Gemeinde 25 Kinder aus Hutor/Weißrussland - der Ort liegt nur 160 Km von Tschernobyl entfernt - zu einem Erholungsaufenthalt zu Gast. Das nach dem Reaktorunglück angeschlagene Immunsystem der Kinder sollte wenigstens für eine Dauer von einigen Wochen Zeit zur Regeneration und Stärkung bekommen. Wie zahlreiche andere Organisationen luden auch wir sogenannte "Tschernobyl-Kinder" ein. Aus dieser Begegnung mit den Kindern entwickelten sich Kontakte zu ganzen Familien und zu einer Baptistengemeinde in der betroffenen Region.   Schnell entwickelten sich diese Kontakte zu wiederholten Transporten mit humanitärer Hilfe, besonders für die Gemeinde und den Ort Hutor. Vor Ort zeigte sich, dass die Gottesdienste der Gemeinde - mangels anderer Räumlichkeiten - in einer Wohnung stattfanden.  

 

Nach Beratungen in unserer Gemeinde und in Absprache mit den Dachverbänden der deutschen wie der weißrussischen Baptisten kam es in den Jahren 1995/96 zum Bau eines Gemeindehauses in Hutor.
Ein Gottesdienstraum für ca. 100 Besucher, ein Gruppenraum,  sanitäre Anlagen und eine kleine Wohnung wurden gebaut. Die finanziellen Mittel stellte unsere Gemeinde bereit.  

Zur Mitgestaltung der zweitägigen Einweihungsfeier im Juni 1996 reiste eine Delegation von Wermelskirchen nach Hutor. Viele Einwohner der Ortes füllten das Gemeindehaus und waren an den Feiern beteiligt, die zum Teil auch im Freien stattfanden.  

Als im Oktober 1997 erneut eine Delegation unserer Gemeinde eine 10-tägige Besuchsreise nach Hutor unternahm, war neben der Pflege der entstandenen Kontakte die Einführung und gleichzeitige Hochzeit des Pastorenehepaars, Sergej und Lena Nesenenko, einer der Höhepunkte dieser Begegnung.

An den Personalkosten ist unsere Gemeinde im Rahmen einer Patenschaft beteiligt.  

Der Besuch der Gottesdienste stieg seit 1993 von 18 auf inzwischen 45 Personen. Vor dem Gottesdienst finden Sonntagschule und ein Jugendtreff statt. Die Angebote der Gemeinde werden im Ort dankbar angenommen.  

Ein weiteres Mal erholen sich Kinder aus Hutor in Wermelskirchen

Immer noch leiden Erwachsene wie Kinder unter den Auswirkungen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl.Vor diesem Hintergrund und aufgrund der guten Erfahrungen wurden vom 01. bis 21. Juli 2000 wieder 24 betroffene Kinder mit Begleitpersonen zu einem 3-wöchigen Erholungsaufenthalt im Freizeitheim "Stolzenberg" eingeladen.

Nach 30 Stunden Busfahrt waren sie endlich da! 23 Kinder aus dem stark verseuchten Gebiet um Tschernobyl mit ihren 3 Betreuern sind auf Einladung unserer Gemeinde zu einem Erholungsurlaub ins Bergische Land gekommen.

Nach der Begrüßung durch die Mitarbeiter gab es zunächst Kaffee, Saft und Kuchen, das ist klar. Später haben die Kinder ihre Zimmer belegt und plötzlich, nach dem Duschen, waren alle wieder sehr munter. Fast zu munter, denn beim Radfahren um das ideal gelegene Freizeithaus in Stolzenberg, gab es bald die ersten Verletzten mit mehr oder weniger schlimmen Schürfwunden und Prellungen, die liebevoll von den Hauseltern versorgt wurden.

Überhaupt wurden die Kinder gut versorgt, durchaus verwöhnt, von den ca. 30 Mitarbeitern und einigen Freunden aus der Gemeinde. Auch Mitbürger, die über Zeitungsberichte und durch Gespräche von der Aktion erfahren haben, machten den Kindern immer wieder eine Freude durch Geld- und Sachspenden. Nach einem bedauerlichen Autounfall, Gott sei Dank für die Kinder nicht so schlimm, wurden sie sogar von der Polizei ins Herz geschlossen! Auch Geschäftsleute waren sehr großzügig, sehr zur Freude des Schatzmeisters dieser Aktion... Der Schatzmeister war aber auch großzügig und hat den Kindern wöchentlich Taschengeld zur freien Verfügung ausgezahlt; zum Abschied gab es noch ein Geldgeschenk für die Familien der Kinder. Auch drei Kinder, die wegen Krankheit nicht kommen konnten, wurden mit Geschenken bedacht. Bei der Vorstellung der Gruppe im Gottesdienst bekam jeder ein Neues Testament in Deutsch und Russisch geschenkt. Dieses wurde während der 3 Wochen fleißig benutzt, denn die russischen Betreuer der Gruppe machten jeden Tag mit den Kindern eine Bibelarbeit. Acht Kinder haben in dieser Zeit auch eine Entscheidung für Jesus getroffen. Preist den Herrn!

Nicht alle Kinder kamen aus christlichen Familien, wir hoffen, dass die mitgenommenen Neuen Testamente weiteren Segen bringen werden. Mehrmals waren alle Mitarbeiter und einmal sogar die ganze Gemeinde nach Stolzenberg eingeladen, und wir konnten draußen gemütlich sitzen und hatten eine gute Zeit. Die älteren Mädchen und eine Betreuerin haben sich in der typischen Landestracht gezeigt. 
Eines dieser Mädchen ist die Urenkelin des ersten Baptisten im Dorf Hutor, der sich in Kriegsgefangenschaft in Deutschland bekehrt hat und eine Bibel nach Hutor brachte. 

Obwohl diese 3 Wochen insgesamt vom schlechten Wetter und sehr viel Regen geprägt waren, hat Gott es so geführt, dass es trocken war, wenn wir es dringend brauchten. Preist den Herrn! 
Aber dennoch war oft Gelegenheit zum Basteln mit begabten Mitarbeitern, was den Kindern viel Spaß machte. Große Freude hatten die Kinder bei weiteren Aktivitäten, die hier nur kurz erwähnt werden können: Wanderung nach Schloss Burg, Besichtigung einer Tropfsteinhöhle, Grill- und Spielabend, Schwimmen, Lagerfeuer und Stockbrot, Einkaufsbummel in Remscheid, Empfang beim Bürgermeister, Zoobesuch in Wuppertal, Kegeln in Weltersbach, Minigolfspielen, Sonntagnachmittag mit Familien aus der Gemeinde, Besuch einer russisch-sprechenden Gemeinde, "Verwöhn-Vormittag" bei der Polizei und nicht zuletzt die Fahrt nach Königswinter, die mit viel Liebe von Heinz und Brunhild Preyer vorbereitet wurde. Leider hat Heinz diesen Tag nicht mehr erlebt, er ist in der zweiten Woche ganz unerwartet in die Ewigkeit gerufen worden. So nahe sind Freude und Schmerz!

Wir denken, es war eine schöne Zeit für die Kinder, und hoffen, dass diese Erholung ihr Immunsystem gestärkt hat. Wir hatten selber viel Freude und würden so etwas glatt wiederholen! Oder?

AK

Pastorenwechsel in Hutor

Im Juli 2002 hat ein Pastorenwechsel in Hutor stattgefunden. Nach Sergej Litwinko und Sergej Nesenenko, der einen neuen Dienst in Mosyr antrat, hat nun Sergej Silivonez ( kurz: Sergej III ) den Pastorendienst in Hutor übernommen. Die Einführung in Hutor fand im Juli 2002 statt.

Sergej Silivonez war zu diesem Zeitpunkt 22 Jahre alt und studierte im 2. Jahr an der Bibelschule in Minsk. Er ist in Prushani geboren. Seit seinem 12 Lebensjahr besuchte er den Gottesdienst und kam mit 15 Jahren zur Gemeinde. Er erlernte vor seinem Studium einen technischen Beruf.

Mitte Mai fanden die letzten Prüfungen statt, die er mit guten Noten abschloss. Am 31. Mai fand die Entlassungsfeier statt. Neben seinem Studium musste er den Gemeindedienst in Hutor an den Wochenenden versehen. Er schreibt: „ Das ist anstrengend, aber ich bin glücklich, dass ich IHM dienen kann“.

Mit ihm kam seine Braut Irina, die aus Kasachstan stammt. Sie ist eine ausgebildete Lehrerin. Auch sie hat auf der Bibelschule in Minsk studiert. Im Sommer soll die Hochzeit stattfinden.

Die Gemeinde Hutor hat z.Z. 31 Mitglieder. Bei den meisten Mitgliedern handelt es sich um hochbetagte Leute. Junge Leute verlassen Hutor, weil es dort außerhalb der Landwirtschaft (Kolchose) keine Erwerbsmöglichkeiten gibt.

Die Arbeit unter Jugendlichen ist von Seiten der Regierung erschwert worden. So dürfen keine Jugendlager mehr durchgeführt werden. Stattdessen wollen sie Wanderungen mit Bibel-Schulungen durchführen. Die Jugendlichen sollen beköstigt werden. Die Geschwister wissen aber nicht, wie die Behörden reagieren werden. Sergej III und Irina haben schon im Rahmen eines Praktikums damit begonnen, die Kinder persönlich einzuladen.

Im August 2002 fand eine Taufe statt. – Siehe Foto - Es wurden 2 junge Männer und ein älterer Mann getauft. Darüber freut sich die Gemeinde besonders, dass Männer hinzu gekommen sind. Als Gast war Sergej Litwinko ( Sergej I ) wieder einmal in seiner ersten Gemeinde.

In den Semesterferien waren die Studenten aus Minsk zu einem Praktikum in Hutor. Alle Einwohner des Ortes wurden besucht und zu einer Evangelisation, die gleichzeitig stattfand, eingeladen.

Ostern 2003 war eine Musikgruppe aus Rogatschow in Hutor. Die Aufführung war dem großen Fest Ostern gewidmet. Der Besuch war sehr gut. Gläubige und Nichtgläubige kamen. „Am Ende der Versammlung habe ich über die Auferstehung Jesu Christi gepredigt“ schreibt Sergej III.

In seinem ersten Brief schrieb Sergej, dass er noch sehr unerfahren ist und die Arbeit nicht leicht sei. Er bittet darum, dass wir für ihn und die ganze Gemeinde beten. Die weißrussischen Geschwister beten dafür für uns in Wermelskirchen.



 


Geschwister unserer Gemeinde zu Gast in Hutor

Zu Besuch in Hutor (Weißrussland)

 

Das Pastorenehepaar Igor und Valentina Severin aus Hutor besucht Wermelskirchen

 

Pastorenehepaar aus Hutor lernt das Bergische Land kennen
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