Herrnhuter Losung

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Gemeindeleben

BUJU 2016 – Heimatgeber

Unter diesem Titel stand das BUJU (Bundesjugendtreffen des BEFG) in diesem Jahr. Heimat ist in Zeiten von Flüchtlingskrise und einer inzwischen immer größeren Verunsicherung in jegliche Richtung ein brisantes Thema. Wer behauptet, ein Heimatgeber zu sein, muss eine Menge Kompetenz haben. Denn es geht ja nicht nur um ein Fleckchen Erde...2016 07 31 buju heimatgeber 3 20160806 1558676485

 

Für 4 Tage wurde das Sommercamp in Otterndorf zu unserem Heimatgeber. Mit insgesamt 17 Leuten fuhren wir aus Wermelskirchen an die Elbmündung, um gemeinsam mit über 1000 weiteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Ferien, Gemeinschaft, Musik, das Meer und vor allem Gott, unseren Heimatgeber, zu feiern.

Zum ersten Mal in der Geschichte wurde das BUJU als Festival gestaltet. Festival heißt, es gibt 100 (parallele) Angebote für mich und ich muss nichts davon besuchen. Für einen Teenie unserer Gemeinde bedeutet diese Freiheit eine konstante Entscheidungsnot: Ich kann an der Strandbar abhängen oder einen Workshop besuchen. Ich kann in den Badesee springen oder zur Bibelstunde (für Jugendliche: Bible-Study. Ist aber genau dasselbe) gehen. Ich kann bei McPom einen Burger bestellen oder ein Konzert besuchen. Ich kann mir bei Janni Siebel eine Falafel holen oder ganz entspannt an der Hängerbühne der Band beim Jammen zuhören. Ich kann die ganze Nacht wachbleiben oder nach einem original ostfriesischen Tee im Teezelt ins Bett gehen. Was mach ich bloß? Diese Freiheit formulierte eine unserer Teilnehmerinnen so: „Wir dürfen hier so viel. Ich weiß gar nicht, was ich nicht darf...!“ Das Schöne und Beeindruckende war, dass Jugendliche sich um 15:00 Uhr nachmittags bei bestem Wetter mit Bibel und Stift bewaffnet trafen, um Texte zu diskutieren, zu erfahren, was Seelsorge ist oder darüber zu sprechen, was Baptist-Sein eigentlich ausmacht (Workshop-Titel: Jung, wild, baptistisch). Auch die Bible-Studies waren super besucht. Die Freiheit hat also nicht dazu animiert, einfach nichts zu machen, sondern dazu, möglichst viel mitzunehmen.

Einmal am Tag setzte die große Festivalfreiheit aus. Und zwar um 20:00 zum Hauptgottesdienst an der großen Bühne. Hier kamen fast alle zum gemeinsamen Lobpreis zusammen, und hier wurde in Predigten und anderen Aktionen das Thema „Heimatgeber“ bedacht. Um 24:00 Uhr fand an der Hängerbühne an jedem Tag ein Mitternachtsgottesdienst statt. Bei ruhigerem Lobpreis und einer Andacht zum Psalm 40 fanden sich auch zu so später Stunde immer noch ca. 100 Leute ein, die Gott am Ende des Tages begegnen wollten.

Für mich war es noch mal ein schöner Abschluss sechs großartiger Jahre als Jugendpastor. Wie könnte man das besser feiern, als gemeinsam mit den Jugendlichen auf einem Festival und in der Gewissheit, dass Gott selbst für Teens, Jugendliche und junge Erwachsene der Heimatgeber ist und bleibt?

Albert Esau