Herrnhuter Losung

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Gemeindeleben

Konzert mit Dr. Glumm-Trio in der Allianzgebetswoche

Kennen Sie das Vaterunser? Jesus hat seine Jünger dieses Gebet gelehrt, und es wurde das zentrale Gebet der Christenheit. Dieses Jahr war es das Thema in der Allianzgebetswoche vom 11. - 18.01. Was einem vielleicht schon altbekannt erscheint, gewinnt neue Brisanz, wenn es um Leben und Tod geht. Aber zunächst der Reihe nach.

Allianz – Gebetswoche vom 11. – 18.01.2015 mit dem Thema: „Jesus lehrt beten“ – Das Vaterunser

Das Vaterunser ist das bekannteste Gebet der Christenheit und gehört zu dessen Eckpfeilern. Wer es regelmäßig – zumeist im Gottesdienst spricht – nimmt vielleicht seine Gewichtung und Einzigartigkeit nicht mehr so wahr. Aber dieses Gebet hat es in sich. Und umso interessanter ist es, wenn evangelische Christen aller Richtungen miteinander darüber nachdenken und gemeinsam beten.

Unser Vater im Himmel,

Unter dem Thema „Vaterunser“ haben sich die Christen unserer Stadt als große Familie Gottes zu vier Gebetsabenden getroffen. Wir dürfen den heiligen und allmächtigen Gott als unseren lieben Vater ansprechen, ehren und bitten. Da kann man nur sagen: Wo gibt’s denn sowas? Auch wenn der eine oder andere mit dem leiblichen Vater nicht gerade die beste Beziehung und Erfahrung hatte, so ist es doch absolut außergewöhnlich, den Gott, den man anbetet, Vater nennen zu dürfen.

geheiligt werde dein Name,

In einer Welt, in der nichts mehr heilig zu sein scheint, bleibt selbst der Gottesname nicht vor Verunglimpfung bewahrt. Wir können als Christen nichts dagegen unternehmen, aber wir können mit der Art, wie wir unser Leben gestalten, zeigen, wie viel Gott uns bedeutet, weil wir ihn ehren.

dein Reich komme,

Wo ist Gottes Reich? Mit diesem Thema eröffnete Pfarrer Heiko Poersch am Dienstagabend die Allianzgebetswoche im Gemeindezentrum Neuschäferhöhe. Das gegenwärtige Weltgeschehen lässt Reich Gottes oft nur schwer erkennen. Und doch in China und Asien erleben wir Aufbruch und Wachstum. Die Gemeinde Jesu wächst: 100 Millionen Christen schon jetzt in China und jährlich kommen 10 Prozent hinzu. Dennoch geht es hier nicht um Zahlen oder Territorien, sondern um die Gemeinschaft derer, die an Gott und an Jesus Christus glauben. Deshalb darf es auch nicht um Machtansprüche gehen.

dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

Für Mittwochabend wurde in der Presse das Konzert des „Dr. Glumm Trio“ mit Hans Werner Scharnowski, einem sehr bekannten Musiker, Texter und Komponisten innerhalb der christlichen Musikszene, angekündigt. In der gut besuchten Stadtkirche trugen Dr. Christoph Glumm, Hans Werner Scharnowski und Jan Primke sehr gehaltvolle und tiefgründige Lieder vor, die gleichzeitig melodisch, mal spritzig, mal spitz, mal ruhig waren. Ausgesprochen beeindruckend war ein Beitrag von Dr. Glumm. Er hatte ein Buch darüber geschrieben, wie seine Tochter im Kleinkindalter an Leukämie erkrankt war. Das Leben fuhr Achterbahn, und der Satz „dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden“ wurde sehr kompliziert. Dr. Glumm erzählte u.a. von einen tiefgläubigen Patienten aus seiner Arztpraxis, durch den er neuen Mut für seine Situation bekam, gerade auch in Bezug auf Gott trotz aller Probleme und Schwierigkeiten. So kann auch der Komponist und Liedermacher Dr. Glumm heute dankbar und hoffnungsvoll bitten „Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden“. Gottes Wille geschieht auf Erden, indem wir Christen nach Gottes Wort und seinem Willen leben. Dieser Abend war eine neue Ermutigung dazu.

Unser tägliches Brot gib uns heute,

Diese umfassende Bitte erläuterte uns Pastor Dr. Busche in ihrer Weite und Tiefe im Gemeindezentrum Schillerstraße. „Unser“ geht weit über unseren persönlichen Horizont hinaus und bezieht unseren Nächsten, aber auch die ganz Fernen mit ein, denn es heißt eben nicht „mein“ tägliches Brot, „heute“ deckt den gegenwärtigen Bedarf ab und möchte unseren Blick von dem Sorgen für morgen und übermorgen darauf lenken, dass wir in Gottes Hand geborgen sind. Er weiß, was wir brauchen. „Brot“ steht nicht nur für den materiellen Bedarf. Wenn Jesus an anderer Stelle sagt, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, meint er damit zum einen die Ausrichtung auf Gott. Zum anderen geht es aber auch um gelebte Beziehungen. Wenn jemand materiell gut versorgt ist, aber wenige Menschen hat, denen er vertrauen kann und die ihn lieben, ist er nicht wirklich reich. Unser Singkreis unterstrich diese Botschaft mit den Liedern „Dir Gott nahe zu sein ist mein Glück“ und „Neben dir (will ich immer nur geh’n)“.

und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern,

Die „Junge Allianz“ traf sich Freitagabend im Gemeindezentrum „Treffpunkt Hoffnung“. Viele Jugendliche füllten den Raum. Die Lobpreis-Band spielte und sang vorwiegend englische Texte. Frank von den Eichen vermittelte anschaulich in Sprache und Ausdrucksweise der jungen Leute die Botschaft von Vergebung und Rettung durch Jesus Christus. Die Bindungen in Sünde und Schuld brachte er durch Anlegen von Handschellen und Ketten zum Ausdruck. Unter dem Kreuz fand er Rettung und Vergebung; er wurde frei, Ketten und Handschellen wurden entfernt. Die Kraft des Evangeliums unterstrich er durch persönliche Glaubenserfahrungen.

und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Wir brauchen zuallererst Demut und Selbsterkenntnis, die Gott bei uns wirken kann. Auch unter Christen können sich Geltungssucht und Machtstreben ausbreiten. Unsere einzige Antwort auf die Versuchung kann nur sein: Flucht vor der Sünde und Flucht hin zu Gott, zurück in die Abhängigkeit von Gott.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Durch den Allianzgottesdienst am Sonntagmorgen in der Stadtkirche führte Pfarrer Heiko Poersch, der Vorsitzende der Evangelischen Allianz in Wermelskirchen. In seinem Rückblick und Ausblick erwähnte er die vierteljährlichen Gebetsstunden, die Hoffnungswoche auf dem Schwanenplatz im August und die vier Allianzgebetstreffen der letzten Woche. Auch das vielseitige soziale Engagement der Christen unserer Stadt sprach er an. Er warb um mehr Beteiligung und Unterstützung auch im Gebet in 2015.

Alexander Heffke von der Evangelisch – Freikirchlichen Gemeinde Wuppertal Vohwinkel war der Gastredner. Der Lobpreis am Ende des „Vaterunser“ verbindet sich wieder mit dem Anfang des Gebetes. Dein Reich komme in Kraft und Herrlichkeit. Gott allein ist König, König aller Könige, Herrscher aller Herrscher. Trotz aller und gegen alle Widerwärtigkeiten baut Gott in Kraft und Herrlichkeit sein Reich. Die Gemeinde der Glaubenden spiegelt durch die Wirkung des Heiligen Geistes die Kraft und die Herrlichkeit Gottes wieder. Mit dem Aufruf „Lebt Allianz vor Gott!“ endete die Predigt. Der Allianz-Chor unterstrich die Botschaft durch die Lieder „Herr in deinem Haus“ und „Bist zu uns wie ein Vater“, eine wunderschöne moderne Vertonung des Vaterunsers, dass man auch als Gemeindelied kennt. Somit sang also nicht nur der Chor, sondern auch die gesamte Gemeinde.

Horst Liedtke / Stefanie Hauck