Herrnhuter Losung

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Gemeindeleben

Besuch aus Malawi

Es ist Montagmorgen 10:00 und ich hole Bridget Mwenifumbo und Ntchindi Nkhwazi vom Pilgerheim Weltersbach ab. Sie kommen aus Malawi und ich bin gespannt. Wer sind sie? Wie werden wir uns verstehen? Wie unterschiedlich sind unsere Kulturen? Wird es Missverständnisse geben? Oder werden wir voneinander lernen?

Jedenfalls freue ich mich auf interessante Gäste und Gesprächspartner. Bridget Mwenifumbo ist Präsidentin der Frauenbewegung und Ntchindi Nkhwazi Präsident der Jugendbewegung im malawischen Baptistenbund.

 

Sie sind in Deutschland, weil unser Gemeindebund, der Bund evangelisch-freikirchlicher Gemeinden, und die BACOMA (Baptist Convention of Malawi), 2011 eine Partnerschaft begonnen haben. In dieser Partnerschaft geht es um Begegnungen und wechselseitiges Lernen voneinander. Es geht aber auch um konkrete Hilfsprogramme, in denen zum Beispiel Pastoren und freiwillige Helfer beider Baptistenbünde in dem jeweils anderen Land eine Zeit lang arbeiten und ihre Gaben einbringen (wen das näher interessiert, der lese das Partnerschaftsdokument, das interessante Einsichten über beide Bünde vermittelt: http://www.baptisten.de/engagement/malawi-partnerschaft/dokumente-zur-partnerschaft/). Es ist eine interessante und wichtige Partnerschaft, weil sich hier eines der reichsten Länder und eines der ärmsten Länder der Welt begegnen und feststellen, dass sie sich gegenseitig brauchen.

Der gemeinsame Tag ist gut ausgefüllt. Zunächst besuchen wir Schloss Burg, um festzustellen, dass Montagvormittag alles, aber auch alles auf Schloss Burg geschlossen ist. Schön ist der Spaziergang von Ober- nach Unterburg trotzdem. Außerdem erleben die malawischen Gäste etwas typisch deutsches, als wir barsch des Innenhofes der Burg verwiesen werden, weil das Museum geschlossen hat. Nichtmal den Hof darf man sich in Ruhe anschauen. Anschließend essen wir bei uns zu Hause gemeinsam mit Anita, Edda, Ridwan und unseren Gästen aus Malawi zu Mittag. Hier ist viel Zeit zum persönlichen, kulturellen und geistlichen Austausch. Mich beeindruckt zum Beispiel, dass Bridget Mwenifumbo und Ntchindi Nkhwazi ihre Tätigkeit im Baptistenbund komplett ehrenamtlich ausüben. Am Wochenende. Nach Feierabend. Im Urlaub. Freizeit und Urlaub im europäischen Sinn kennen sie nicht, wie sie erzählen. Urlaub heißt für die beiden nicht, endlich mal wegzufahren und nichts zu tun. Es heißt, endlich mal Zeit zu haben für das, was bei ihrer Arbeit liegen bleibt. Zum Beispiel ihr Ehrenamt oder sonstige Projekte, die sie haben. Sie arbeiten hart für ihren Lebensunterhalt und sie arbeiten hart für ihre Ehrenämter.

Zum Abschluss besuchen wir unser Gemeindehaus und das Jugendcafé. Vor allem vom Gebetsraum im Jugendcafé sind die beiden beeindruckt. Sie ziehen ihre Schuhe aus, genießen die Stille und schlagen vor, gemeinsam zu beten. Sie beten für mich, unsere Gemeinde und unseren Gemeindebund. Und ich darf für sie, ihre Aufgaben und ihren Gemeindebund beten. Bei aller Verschiedenheit sind wir Bürger einer Erde und Geschwister einer Familie Gottes, die sich brauchen und ergänzen.

A. Esau

(Bilder entnommen aus: https://www.gemeindewerk-nrw.de/aktuelles/207-beide-landesverbaende-gemeindewerk/wir-ueber-uns-aktuelles/451-der-mai-ist-der-malawi-monat)